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Montag, 6. April 2009

Übe Tapas für 1 Monat - mp3-Kurvortrag mit Sukadev

Neuer inspirierender Kurzvortrag von Yoga Meister Sukadev Bretz als Inspiration für den Tages. Vorgetragen im Anschluss an eine Meditation im Haus Yoga Vidya Bad Meinberg.



Zum Anhören hier klicken:
1-Monats-Retreat mit Sukadev

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Montag, 20. Oktober 2008

Bhagavad Gita - MP3-Kurzvortrag mit Sukadev

Kurzvortrag von Sukadev als Inspiration des Tages. Morgenvortrag nach der Meditation.

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Montag, 13. Oktober 2008

Den Geist transzendieren - Kurzinspiration mit Sukadev

Kurzvortrag von Sukadev als Inspiration des Tages. Morgenvortrag nach der Meditation.



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Samstag, 23. August 2008

Ärger (8)

Selbstbeherrschung und Gelassenheit

Im Menschen ist sowohl Gut als auch Böse. Das menschliche Wesen ist eine Mischung aus beidem. Alle Geschöpfe tragen in sich Kräfte der Tugend und des Bösen. Die Einschränkung des Bösen und das aktive Ausführen des Guten erhebt den Menschen über andere Wesen. Zorn läßt das Böse in gewalttätige Handlung ausbrechen. Selbstbeherrschung hält das Böse unter Kontrolle und bietet Spielraum für das Ausüben von Tugenden. Daher ist das Böse unter Kontrolle, wenn der Zorn unter Kontrolle ist. Das Gute überwiegt. Zorn ist die Öffnung oder der Kanal, durch den die Roheit, Grausamkeit, Schmerz und Pein, Rache, Gewalt, Krieg und Zerstörung austreten. Wenn die Wut überwunden ist, wird Dein Verstehen klar, und das Unterscheidungsvermögen ist aktiv. Du kannst dann zwischen richtig und falsch unterscheiden. Du schreitest ohne Verwirrung, auf dem schmalen, geraden Pfad der moralischen Aufrichtigkeit voran.

Füge keinem Lebewesen Schmerz oder Leid zu aus Gier, Egoismus, Reizbarkeit oder Ärger. Gib Zorn und Mißgunst auf. Gib den Kampfgeist auf. Tue Dein Möglichstes, um immer gelassen zu bleiben.

Sei unter allen Umständen heiter und ruhig. Das göttliche Licht wird sich nur auf einen ruhigen Geist niederlassen. Nur ein Aspirant mit einem ruhigen Geist kann in tiefe Meditation und Nirvikalpa Samadhi eintreten. Nur er kann Nishkamya Karma Yoga üben.

Pflege diese Tugend, Gelassenheit oder Sama, immer wieder durch beständiges und festes Bemühen. Gelassenheit ist wie Fels; Wellen der Reizbarkeit schlagen vielleicht an ihn, aber sie können ihm nichts anhaben. Meditiere täglich über den immer stillen Atman, das Ewige, das sich nicht verändert. Du wirst diese erhabene Tugend allmählich erlangen.

Es ist leicht, Böses mit Bösem zu vergelten und Gutes mit Gutem; aber es ist schwer und erhaben, Böses mit Gutem zu vergelten. Der abwärtsführende Weg zum Übel ist sehr leicht, aber der aufwärtsführende Pfad zum Guten ist sehr schwierig, dornenreich und steil. Menschen, die die Stärke und Weisheit besitzen, Böses mit Gutem zu vergelten, sind in der Tat gesegnete Menschen. Sie sind wahrhafte Götter auf Erden.

Das vollständige Buch "Göttliche Erkenntniss" von Swami Sivananda mit Artikeln über alle Aspekte des spirituellen Lebens ist im Yoga Vidya Verlag erschienen und kann im Versand bezogen werden.

Aus: Göttliche Erkenntnis von Swami Sivananda

Und hier gibt es weitere Bücher von Sivananda.

Erklärungen zu den verwendeten Sanskrit-Begriffen.

Quelle: www.yoga-vidya.de, Europas größtes Seminarhaus für Yoga, Ayurveda und Meditation.

Freitag, 22. August 2008

Ärger (7)

Methoden zur Beherrschung des Zorns

Zorn ist eine Manifestation von Shakti, kosmischer Energie. Es ist sehr schwierig, direkt gegen ihn zu kämpfen. Versuche zuerst, seine Kraft, Vega, seine Häufigkeit und seine Dauer zu verringern. Bemühe Dich, diese furchtbare Erscheinung oder Vritti zu verringern und zu schwächen. Erlaube ihr nicht, die Form einer großen Welle an der Oberfläche des bewußten Geistes anzunehmen. Ersticke sie im Keim, wenn sie sich in Form von Reizbarkeit im unterbewußten Geist befindet. Jetzt zerstreue den Geist. Pflege göttliche Gedanken. Praktiziere intensiv Japa oder Kirtan. Wiederhole einige Gebete oder Shlokas aus der Bhagavad Gita, dem Ramayana oder den Upanishaden. Entwickle allmählich die entgegengesetzten positiven, göttlichen Tugenden wie Geduld, Liebe und Vergebung. Der Zorn wird allmählich von selbst absterben.

Ernährung hat sehr viel mit der Reizbarkeit zu tun. Nimm sattwige (reine) Nahrung zu Dir wie Milch, Früchte, Dal, Joghurt, Spinat, Gerste, Erdnüsse und Buttermilch. Iß keine Karotten, Zwiebel, keinen Knoblauch, Blumenkohl, Massoor-ki-dal und Hühnerschenkel. Verzichte auf scharfen Curry und Chutney, Fleisch, Alkohol und Rauchen. Rauchen, Fleischessen und Trinken von Alkohol machen das Herz sehr reizbar. Daher muß man gänzlich auf sie verzichten. Tabak verursacht Herzerkrankungen. Er führt zum ‘Tabakherz’, das sehr reizbar ist.

Immer dann, wenn im Laufe eines Gesprächs oder einer Debatte die Wahrscheinlichkeit eines Wutausbruchs auftritt, höre auf zu reden. Streite nicht. Laß Dich nicht auf hitzige Debatten und Diskussionen ein. Versuche immer, sanfte und weiche Worte zu sprechen. Die Worte müssen sanft sein und die Argumente hart; aber wenn die Worte hart sind, führt das zu Unstimmigkeit. Sprich sanft. Sprich wenig. Sei mild. Sei freundlich. Sei weich. Pflege immer wieder Milde, Freundlichkeit und Sanftheit.

Beherrsche Deinen Zorn mit dem reinen Verstand. Warum fühlst Du Dich angegriffen, wenn man Dich Hund oder Esel nennt. Hast Du deswegen jetzt vier Beine und einen Schwanz wie ein Hund bekommen? Was ist das für eine Beleidigung? Ist das nicht eine bloße Schwingung im Äther?

Wenn Du Dich über Deinen Diener ärgerst, weil er Dir an einem Deine übliche Milch nicht gebracht hat, stelle Dir innerlich die Frage: “Warum sollte ich Sklave meiner Milch sein?” Dann wird die Welle des Ärgers auf einmal wie von selbst verschwinden. Sie wird auch bei anderen Gelegenheiten nicht entstehen, wenn Du vorsichtig und überlegt bist. Man braucht vierzig Muskeln, um die Stirn zu runzeln und nur fünfzehn, um zu lächeln. Warum strengst Du Dich unnötig und zusätzlich an?

Wenn Du es schwierig findest, den Zorn zu beherrschen, verlaß sofort den Ort. Mache einen langen Spaziergang. Trinke kaltes Wasser. Wiederhole Hundertacht- mal Om Shanti. Mache Japa Deines Ishta Devata und zähle von eins bis dreißig. Der Zorn wird vergehen.

Aus: Göttliche Erkenntnis von Swami Sivananda

Und hier gibt es weitere Bücher von Sivananda.

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Donnerstag, 21. August 2008

Ärger (6)

Pathologische Auswirkungen von Zorn

Zorn verdirbt das Gehirn, das Nervensystem und das Blut. Wenn sich im Geist eine Welle des Zorns erhebt, beginnt das Prana rasch zu vibrieren. Du bist aufgebracht und erregt. Das Blut wird heiß. Viele Giftstoffe bilden sich im Blut.

Schon drei Minuten heftiger Wut können so verheerende Wirkung im Nervensystem erzeugen, daß es Wochen und Monate dauert, um den Schaden zu beheben. Im Lichte der modernen Psychosomatik sind Rheumatismus, Herzerkrankungen, Nervenleiden und allerlei andere Krankheiten auf Zorn zurückzuführen.

Einmal trank ein Kind an der Brust seiner Mutter, als diese von einem heftigen Wutanfall ergriffen wurde, es starb sofort an den Folgen einer Vergiftung durch virulente chemische Stoffe, die in das Blut der Mutter abgegeben wurden, als sie sich sehr stark aufregte. Es gibt Berichte über mehrere derartige Fälle. Solch katastrophale Auswirkungen hat der Zorn.

Wenn die Wut auf dem Thron sitzt, nimmt die Vernunft Reißaus. Wer unter dem Einfluß von Zorn steht, ist wie ein stark alkoholisierter Mensch. Er verliert sein Gedächtnis, sein Verstand umwölkt sich und sein Denkvermögen wird getäuscht.

Zorn trübt das Verstehen. Wenn der Geist hochgradig aufgebracht ist, kannst Du keine Zeile in einem Buch klar verstehen. Du kannst nicht richtig und klar denken. Du kannst keinen Brief schreiben ohne einen kühlen Kopf. Wenn die Lampe im Wind flackert, kannst Du die Dinge nicht klar erkennen. Wenn Buddhi flackert und durch Ärger aufgebracht ist, entsteht Chaos im Buddhi, und Du kannst die Dinge nicht richtig sehen und verstehen.

Alle schlechten Eigenschaften und Taten entspringen aus dem Zorn. Wenn Du den Zorn ausrottest, gehen alle bösen Eigenschaften von selbst zugrunde. Zorn schafft Ungerechtigkeit, Voreiligkeit, Schikane, Eifersucht, Inbesitznahme des Eigentums anderer, Mord, rüde Worte und Grausamkeit. Ein wütender Mensch verliert sein normales Bewußtsein für diese Zeit. Er wird zum Opfer seines Zorns.

Ein Mensch, der Sklave des Zorns ist, mag sich sorgfältig gewaschen, gut geschminkt, das Haar gekämmt und weiße Kleider angelegt haben; trotzdem ist er häßlich, da der Zorn ihn überwältigt hat. Es gibt Anzeichen im Gesicht, die zeigen, daß Zorn im Geist ist. Wenn Dein Geist leicht reizbar ist, kannst Du Deine täglichen Pflichten und Geschäfte nicht erfolgreich abwickeln. Wenn Du leicht wütend wirst, verlierst Du im Lebenskampf.

Aus: Göttliche Erkenntnis von Swami Sivananda

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Mittwoch, 20. August 2008

Ärger (5)

Zorn und gerechter Zorn

Zorn ist persönlich und normalerweise selbstsüchtig. Er entstand aus tatsächlichem oder vermeintlichem Übel, das einem zugefügt wurde. Unmut ist unpersönliches und nicht selbstsüchtiges Mißfallen über unwürdige Taten. Reiner Unmut wird nicht gefolgt von Reue und bedarf keiner Entschuldigung. Er ist auch besser beherrscht als Zorn. Zorn ist gewöhnlich ein Laster. Unmut ist oft eine Pflicht. Wir sprechen von ‘gerechtem Zorn’.

Wenn ein Mensch, der nicht selbstsüchtig ist, einen anderen korrigieren will und leichten Ärger zeigt, als eine Kraft, um ihn zu prüfen oder zu verbessern, dann wird das ‘gerechter Zorn’ oder ‘spiritueller Ärger’ genannt. Angenommen, ein Mann belästigt eine Frau und versucht, ihr Schamgefühl zu verletzen und ein Passant wird über den Kriminellen wütend, heißt dies gerechter oder edler Zorn. Das ist nicht schlecht. Nur wenn der Zorn eine Ausgeburt der Gier ist, von selbstsüchtigen Motiven, ist er schlecht. Manchmal muß ein spiritueller Lehrer nach außen hin etwas Ärger zeigen, um seine Schüler zu korrigieren. Das ist nichts Schlechtes. Er muß es tun. Aber er muß innerlich kühl bleiben und nur nach außen hin heiß und antriebsstark sein. Er darf dem Zorn nicht erlauben, tief und für lange Zeit in seinem Antahkarana (Geist) Wurzel zu fassen. Er sollte im nächsten Moment vergehen, wie eine Welle im Meer verschwindet.

Der Zorn eines guten Menschen dauert eine Sekunde, der eines mittelmäßigen Menschen drei Stunden, der eines niedrigen Menschen einen und eine Nacht und der eines großen Sünders bis zu seinem Tod.

Aus: Göttliche Erkenntnis von Swami Sivananda

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Dienstag, 19. August 2008

Ärger (4)

Formen des Zorns

Reizbarkeit, Stirnrunzeln, Abneigung, Empörung, Raserei, Wut, Zorn, das alles sind Varianten, je nach dem Grad der Intensität. Zorn ist ein plötzliches Gefühl des Mißfallens. Er ist scharf, plötzlich und kurz. Abneigung ist von Dauer. Sie ist ständiger Zorn. Sie ist das bittere Brüten über Verletzungen. Wut ist ein gesteigertes Gefühl von Zorn. Raserei treibt den Menschen über die Grenzen der Klugheit und Höflichkeit hinaus. Wut ist noch stärker und fegt den Betreffenden in unkontrollierbare Gewalt.

Reizbarkeit ist eine milde, subtile Form von Zorn. Noch feiner ist Mißfallen. Es ist Stolz mit Zorn vermischt. Mit einem scharfen Wort oder einem Brummen wird die ‘Plage’ behoben. Das alles sind Formen des Zorns.

Aus: Göttliche Erkenntnis von Swami Sivananda

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Montag, 18. August 2008

Ärger (3)

Wie Ärger verursacht wird

Arjuna fragte Shri Krishna: “Aber was veranlaßt den Menschen dazu, Sünden zu begehen, Oh Krishna, gegen seinen Willen und gleichsam mit Gewalt getrieben?” Der Gepriesene Herr sprach: “Es ist der Wunsch; es ist der Zorn, der aus der Leidenschaft kommt. Wisse, daß er unser Feind hier ist, ein Ungeheuer aus Gier und Sünde.”

Die Ursache für Sünde oder falsches Tun in dieser Welt ist der Wunsch. Zorn ist nur eine Abart oder Form des Wunsches. Zorn ist der Wunsch selbst.

Du denkst an Sinnesobjekte. Eine Verhaftung an diese Objekte entwickelt sich. Aus der Verhaftung entsteht der Wunsch. Wenn ein Wunsch entsteht, schafft er Rajas , was den Menschen zum Handeln drängt, um das Gewünschte zu besitzen. Wenn der Wunsch nicht erfüllt wird, und wenn jemand seiner Erfüllung im Wege steht, wird der Mensch zornig. Der Wunsch verwandelt sich in Zorn. So wie sich Milch zu Quark verändert, verändert sich der Wunsch zu Zorn.

Die Grundursache des Zorns ist Unwissenheit und Ichdenken. Zorn entsteht, wenn man beleidigt, beschimpft oder kritisiert wird, wenn Schwächen aufgezeigt werden. Zorn entsteht, wenn jemand der Erfüllung des Wunsches im Wege steht. Zorn zeigt sich in der Liebe zur eigenen Meinung, im Wunsch nach Anerkennung, in der Vorstellung, man sei weiser und besser als alle anderen.

Ärger entsteht in einem Menschen, der an seinen Feind denkt. Auch wenn Du das Gefühl des Ärgers vergessen hast, hält es sich im Geist latent verborgen. Die Wirkung ist manchmal zu spüren. Wenn Du einige Male denselben Gedanken der Eifersucht, des Neides oder des Hasses gegenüber derselben Person erneuerst, ist die Wirkung dauerhafter. Das Wiederholen von Zorngefühlen verstärkt den Haß. Bloßes Unbehagen schlägt durch wiederholten Zorn in schwere Krankheit um.

Zuviel Samenverlust ist die Hauptursache von Reizbarkeit und Zorn. Ein leidenschaftlicher Mensch ist zorniger als andere. Ein Mensch, der seine Samenenergie verschwendet hat, wird bald auch bei kleinen Angelegenheiten wütend. Ein Brahmachari, der sein Virya bewahrt hat, behält immer einen ausgeglichenen Geist. Er hat zu jeder Zeit einen kühlen Kopf.

Leidenschaft ist die Wurzel und Zorn ist der Stamm. Zuerst muß die Wurzel, die Leidenschaft, zerstört werden. Dann wird der Stamm, der Zorn, von selbst absterben.

Aus: Göttliche Erkenntnis von Swami Sivananda

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Sonntag, 17. August 2008

Ärger (2)

Ein Zeichen der Schwäche

Ärger ist eine starke Emotion, die durch eine tatsächliche oder vermeintliche Beleidigung hervorgerufen worden ist, und trägt ein Verlangen nach Vergeltung in sich. Der Zorn erhebt sich aus einem Gedanken des Bösen, das zugefügt oder angedroht worden ist.

Der Zorn ist im Astralkörper, aber er sickert in den physischen Körper, wie Wasser, das durch die Poren der äußeren Oberfläche eines irdenen Gefäßes dringt. Das Blut kocht. Die Augen sind blutunterlaufen. Der Körper ist von großer Hitze erfüllt. Die Glieder zittern. Die Lippen beben. Die Fäuste sind geballt. Und der Mensch stottert und sucht in großer Wut nach Worten.

Das Feuer, das Du für Deinen Feind entfachst, verbrennt Dich selbst. Der Zorn ist wie ein Bumerang, denn er verletzt den Menschen, der zornig wird. Er kommt zum Wütenden zurück und fügt ihm Schaden zu.

Zorn ist ein Zeichen geistiger Schwäche. Er beginnt immer mit Torheit oder Schwäche und endet in Reue und Gewissensbissen. Wenn Du den Zorn beherrschst, wirst Du grenzenlose Energie in Reserve haben. Wenn der Zorn beherrscht wird, verwandelt er sich in spirituelle Energie, die die ganze Welt bewegen kann.

Aus: Göttliche Erkenntnis von Swami Sivananda

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Samstag, 16. August 2008

Ärger (1)

Ein Bengale gebrauchte im Zorn einem Sikh gegenüber ein Wort, Sala oder Badmash, während sie den Ganges in einem Boot überquerten. Der Sikh wurde unheimlich zornig, packte den Bengalen am Hals und warf ihn in den Ganges. Der Bengale starb. Wie schwach war doch der Sikh in geistiger Hinsicht, obwohl er doch körperlich sehr stark war! Ein kleiner Ton, ein einziges Wort, erregte seinen Geist und warf ihn aus dem Gleichgewicht. Er wurde ein Sklave des Zorns.

Ärger macht jeden Menschen zu seinem Sklaven und Opfer. Er zerstört die Freundschaft sogar sehr enger Freunde. Er veranlaßt Frauen, mit ihren Ehemännern zu streiten und bringt sie dazu, Szenen heraufzubeschwören. Er erregt alle. Er hat mehr oder weniger die ganze Welt und auch die Devatas in seiner Gewalt.

Der Zorn zerstört die Vernunft und veranlaßt den Menschen, Dinge zu tun, die man sich nicht einmal erträumen ließe. Ein wütender Mensch kann sogar den Andächtigen töten und den Frommen mit scharfen Worten schlecht machen. Der Zornige kann nicht bestimmen, was er sagt und was er nicht sagt. Es gibt keine Sünde, die er nicht begehen könnte. Unter dem Einfluß von Zorn beschimpft der Mensch, beleidigt und tötet er sogar seinen Vater, Bruder, seine Frau, seinen Guru oder König und bereut es nachher.

Der Zorn ist sehr mächtig. Er kann alles Tapas zunichte machen. Er unterwarf Durvasa. Er bemächtigte sich Yajnavalkyas. Er ist der Feind des Friedens. Er ist der Feind des Wissens. Er bringt den Jiva um den Verstand. Er bringt ihn dazu, alle Adharmas zu tun. Er macht ihn vollkommen blind. Er macht ihn zu seinem Sklaven.

Aus: Göttliche Erkenntnis von Swami Sivananda

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Freitag, 15. August 2008

Ahimsa (9)

Ein universelles Gelübde

Ahimsa ist ein Mahavratam, ein großes universelles Gelübde. Es sollte von allen Menschen aller Länder geübt werden. Es betrifft nicht nur Hindus und Inder. Jeder, der die Wahrheit zu realisieren wünscht, muß Ahimsa praktizieren. Du wirst vielleicht auf jede Menge Schwierigkeiten treffen; Du erleidest vielleicht viele Verluste, aber Du darfst die Praxis von Ahimsa nicht aufgeben. Tests und Schwierigkeiten werden Dir auf jeden Fall begegnen, um Deine Stärke zu prüfen. Du mußt felsenfest bleiben. Nur dann werden Deine Anstrengungen von zufriedenstellendem Erfolg gekrönt sein.

In Ahimsa steckt eine Kraft, die den Praktizierenden beschützt. Die unsichtbare Hand Gottes bietet Schutz. Es gibt keine Furcht. Was können Pistolen und Schwerter bewirken?

Auch jetzt gibt es noch Menschen, die nicht einmal Fliegen und Ameisen das geringste Leid zufügen. Sie verteilen Zucker und Reis in Ameisenlöchern. Sie verwenden am Abend kein Licht, um nicht die kleinen Insekten zu töten. Sie sind beim Gehen auf der Straße sehr vorsichtig, um nicht kleine Insekten zu zertrampeln. Diese Menschen sind gesegnet. Sie werden bald Gott schauen, denn sie haben weiche Herzen.

Das vollständige Buch "Göttliche Erkenntniss" von Swami Sivananda mit Artikeln über alle Aspekte des spirituellen Lebens ist im Yoga Vidya Verlag erschienen und kann im Versand bezogen werden.

Aus: Göttliche Erkenntnis von Swami Sivananda

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Donnerstag, 14. August 2008

Ahimsa (8)

Die Kraft von Ahimsa

Die Kraft von Ahimsa ist stärker als die Kraft des Verstandes. Es ist leicht, den Verstand zu entwickeln, aber es ist schwierig, das Herz zu entwickeln. Die Praxis von Ahimsa entwickelt das Herz in wundervoller Weise.

Wer Ahimsa praktiziert, entwickelt eine starke Willenskraft. In seiner Gegenwart verschwindet Feindschaft. In seiner Gegenwart leben Kobra und Frosch, Wolf und Lamm, Mungo und Kobra, Katze und Ratte friedlich in tiefer Eintracht zusammen. In seiner Gegenwart werden alle Feindseligkeiten aufgegeben. Der Ausdruck ‘Feindseligkeiten werden aufgegeben’ bedeutet, daß alle Wesen - Menschen, Tiere, Vögel und giftige Kreaturen - sich dem Praktizierenden furchtlos nähern und ihm nichts zuleide tun. Ihre feindselige Natur verschwindet in seiner Gegenwart. Die Ratte und die Katze, die Schlange und der Mungo und andere Wesen, die von Natur aus Feinde sind, vertragen sich in seiner Gegenwart. Löwen und Tiger können einem solchen Yogi nichts anhaben. Ein solcher Yogi kann Löwen und Tigern befehlen. Sie werden gehorchen. Das ist Bhuta Siddhi und kann durch die Praxis von Ahimsa erreicht werden. Die Praxis von Ahimsa wird letztlich in der Verwirklichung der Einheit des Lebens, in advaitischem Bewußtsein, gipfeln.

Absolutes Ahimsa ist unmöglich. Es ist auch dem gewissenhaftesten Sannyasin nicht möglich. Um dies zu praktizieren, muß man vermeiden, unzählige Kreaturen beim Gehen, Sitzen, Essen, Atmen, Schlafen und Trinken zu töten. Man findet auf der ganzen Welt keinen einzigen Nichtverletzer. Man muß Leben zerstören, um zu leben. Es ist ganz und gar unmöglich, dem Gesetz des Nichtzerstörens von Leben zu folgen, denn auch die Phagozyten im Blut zerstören Millionen gefährlicher eindringender Bakterien und Keime.

Es gibt eine philosophische Richtung, die sagt, daß das Töten eines Räubers nicht als Himsa betrachtet wird, wenn dadurch Tausende Leben gerettet werden können. Ahimsa und Himsa sind relative Begriffe. Manche sagen, daß man sich mit Gegenständen verteidigen und ein wenig Gewalt anwenden kann, wenn man in Gefahr ist; und auch das wird nicht als Himsa betrachtet. Engländer erschießen üblicherweise ihre geliebten Pferde oder Hunde, wenn die Tiere große Schmerzen leiden und wenn es keine Möglichkeit gibt, ihr Leiden zu lindern. Sie wünschen, die Seele unmittelbar vom physischen Körper zu befreien. Das Motiv ist der entscheidende Faktor. Es liegt allem zugrunde.

Ein Sannyasin (Entsagter) darf sich nicht verteidigen oder Gewalt anwenden, auch wenn er in Lebensgefahr schwebt. Für einen gewöhnlichen Menschen sollte Ahimsa das Ziel sein; aber er wird das Prinzip nicht verletzen, wenn er manchmal, aus reiner Notwendigkeit und ohne selbstsüchtige Absicht, zu Himsa Zuflucht nimmt. Man darf dem Geist diesbezüglich nicht nachgeben. Wenn man nachgiebig ist, dann wird der Geist das schnell ausnutzen und zu Gewalttätigkeiten Anlaß geben. Gib einem Dieb den kleinen Finger, und er wird die ganze Hand nehmen: der Geist übernimmt sofort diese Politik, wenn Du ihn an der langen Leine läßt.

Ahimsa ist niemals Taktieren. Es ist eine erhabene Tugend. Es ist die fundamentale Eigenschaft der Wahrheitssucher. Selbstverwirklichung ist ohne Ahimsa nicht möglich. Nur durch Ahimsa kannst Du das höchste Selbst, Brahman, erreichen. Wer Ahimsa als List betrachtet, wird oft Fehlschläge erleiden. Er wird versucht sein, auch gewaltsam zu handeln. Wer hingegen strikt das Gelübde von Ahimsa beachtet als heiligen Glauben und grundlegende Regel im Yoga, kann nie zu Gewalt verleitet werden.

Aus: Göttliche Erkenntnis von Swami Sivananda

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Mittwoch, 13. August 2008

Ahimsa (7)

Nutzen aus der Praxis von Ahimsa

Wenn Du in Ahimsa gefestigt bist, hast Du alle Tugenden erreicht. Ahimsa ist der Angelpunkt. Alle Tugenden kreisen um Ahimsa. So wie alle Fußabdrücke in dem des Elefanten Platz finden, so verschmelzen alle religiösen und ethischen Regeln in dem großen Gelübde von Ahimsa.

Ahimsa ist Seelenstärke. Haß schmilzt in der Gegenwart von Liebe. Haß löst sich in der Gegenwart von Ahimsa auf. Es gibt keine größere Kraft als Ahimsa. Die Praxis von Ahimsa entwickelt die Willenskraft in einem beachtlichen Ausmaß. Die Praxis von Ahimsa wird Dich furchtlos machen. Wer Ahimsa mit wirklichem Vertrauen praktiziert, kann die ganze Welt umdrehen, wilde Tiere zähmen, das Herz aller gewinnen und seine Feinde bezwingen. Er kann Dinge tun und ungeschehen machen. Die Kraft von Ahimsa ist unendlich viel wundervoller und feiner als die der Elektrizität und des Magnetismus.

Das Gesetz von Ahimsa ist genauso exakt und präzise wie jenes der Schwerkraft oder Kohäsion. Du mußt wissen, wie man es intelligent und mit wissenschaftlicher Genauigkeit anwendet. Wenn Du es richtig anzuwenden verstehst, kannst Du Wunder vollbringen. Du kannst den Elementen und auch der Natur befehlen.

Aus: Göttliche Erkenntnis von Swami Sivananda

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Dienstag, 12. August 2008

Ahimsa (6)

Stufenweises Üben von Ahimsa

Wenn Gedanken der Rache und des Hasses aufkommen, versuche zunächst den physischen Körper und Deine Sprache zu beherrschen. Sprich keine bösen und harten Worte. Tadle nicht. Versuche nicht, andere zu verletzen. Wenn Du dies in einigen Monaten Übung erreicht hast, werden Rachegedanken von selbst absterben, da sie außen kein Betätigungsfeld finden. Es ist überaus schwierig, solche Gedanken sofort bei ihrem Entstehen zu kontrollieren, ohne zuerst Körper und Sprache zu kontrollieren.

Beherrsche zuerst Deinen physischen Körper. Wenn man Dich schlägt, bleib ruhig. Unterdrücke Deine Gefühle. Folge den Anweisungen von Jesus Christus in seiner Bergpredigt. Jesus sagt: “Wenn man Dich auf die eine Wange schlägt, halte auch die andere hin. Wenn man Deinen Mantel nimmt, gib auch Dein Hemd.” Das ist am Anfang sehr schwierig. Die alten Rachesamskaras “Auge um Auge, dies für das, Zahn um Zahn” und “Mit gleicher Münze zurückzahlen” werden Dich alle zur Vergeltung veranlassen. Aber Du mußt kühl abwarten. Reflektiere und meditiere. Mache Vichara (Selbstbefragung). Der Geist wird ruhig werden. Der Gegner, der sehr wütend war, wird auch ruhig werden, denn er spürt keinen Widerstand von Deiner Seite. Er wird erstaunt und erschreckt sein, denn Du bist standhaft wie ein Weiser. Nach und nach wirst Du unglaubliche Stärke erlangen. Halte Dir das Ideal vor Augen. Versuche, dahin zu gelangen, wenn Du auch am Anfang vielleicht stolperst. Habe eine klare geistige Vorstellung von Ahimsa und seinen unermeßlichen Vorteilen.

Sobald Du Deinen Körper beherrscht hast, beherrsche Deine Worte. Triff den festen Entschluß: “Von heute an werde ich zu niemandem unfreundlich sprechen”. Du versagst vielleicht hundertmal. Was macht das aus? Langsam wirst Du Kraft gewinnen. Beherrsche den Impuls zu sprechen. Übe Mauna, Schweigen. Praktiziere Kshama, Vergebung. Sage in Dir: “Er ist eine Kinderseele. Er ist unwissend. Deshalb hat er es getan. Ich vergebe ihm diesmal. Was nützt es mir, wenn ich ihn jetzt ebenso beleidige? Irren ist menschlich; vergeben ist göttlich.” Gib langsam Abhimana auf. Abhimana ist die Grundursache menschlichen Leidens.

Schließlich geh zu den Gedanken und kontrolliere den Gedanken des Verletzens. Denke auch nie daran, jemanden zu verletzen. Ein einziges Selbst wohnt in allen. Alle sind Manifestationen des einen Gottes. Wenn Du jemand anderen verletzt, verletzt Du bloß Dein eigenes Selbst. Wenn Du anderen dienst, dienst Du dem Selbst. Liebe alle. Diene allen. Hasse niemanden. Beleidige niemanden. Verletze niemanden in Gedanke, Wort oder Tat. Versuche, Dein eigenes Selbst in allen Wesen zu erkennen. Das wird für Ahimsa förderlich sein.

Aus: Göttliche Erkenntnis von Swami Sivananda

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Montag, 11. August 2008

Ahimsa (5)

Ahimsa, eine Eigenschaft des Starken

Wenn Du Ahimsa praktizierst, mußt Du mit Beleidigungen, Vorwürfen, Kritik und auch Tätlichkeiten fertig werden. Du darfst keine Vergeltung üben oder jemanden zu beleidigen wünschen, auch wenn Du noch so sehr provoziert wirst. Du darfst gegen niemanden schlechte Gedanken hegen oder Haß empfinden. Du darfst nicht fluchen. Du mußt bereit sein, um der Wahrheit willen sogar freudig Dein Leben zu lassen. Nur durch Ahimsa kann die letzte Wahrheit erreicht werden.

Ahimsa ist der Gipfel des Mutes. Ahimsa ist ohne Furchtlosigkeit unmöglich. Gewaltlosigkeit kann nicht von schwachen Menschen geübt werden. Ahimsa kann nicht von einem Menschen praktiziert werden, der furchtbare Angst vor dem Tod hat, keine Geduld und keine Widerstandskraft besitzt. Es ist ein Schild, nicht des Verweichlichten sondern des Mächtigen. Ahimsa ist eine Eigenschaft im Verhalten des Starken. Ahimsa ist eine Waffe des Starken. Wenn Du mit einem Stock geschlagen wirst, sollst Du nicht an Vergeltung denken oder schlechte Gedanken gegenüber dem Peiniger hegen. Ahimsa ist Vollkommenheit im Verzeihen.

Erinnere Dich an die Handlungsweise der Weisen von einst. Jayadeva, der Autor der Gita-Govinda, machte seinen Feinden, die seine Hand abhackten, große ,reichhaltige Geschenke und erzielte für sie durch seine aufrichtigen Gebete Mukti (Befreiung). Er sagte: “Oh Gott, Du schenktest Deinen Feinden Ravana und Kamsa Mukti. Warum kannst Du nun nicht auch meinen Feinden Mukti geben?” Ein Heiliger oder ein Weiser hat ein großmütiges Herz

Pavahari Baba trug den Sack mit Gefäßen hinter dem Dieb her und sagte: “Oh Dieb Narayana! Ich wußte nicht, daß Du meine Hütte aufgesucht hast. Ich bitte Dich, nimm dies entgegen.” Der Dieb war ziemlich erstaunt. Er gab seine schlechte Gewohnheit von diesem Moment an auf und wurde ein Schüler Pavahari Babas.

Wenn man der noblen Handlungsweise von Heiligen, wie Java Deva oder Pavahari Baba gedenkt, muß man ihren Prinzipien und Idealen folgen.

Aus: Göttliche Erkenntnis von Swami Sivananda

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Sonntag, 10. August 2008

Ahimsa (4)

Ahimsa, eine Eigenschaft des Starken

Wenn Du Ahimsa praktizierst, mußt Du mit Beleidigungen, Vorwürfen, Kritik und auch Tätlichkeiten fertig werden. Du darfst keine Vergeltung üben oder jemanden zu beleidigen wünschen, auch wenn Du noch so sehr provoziert wirst. Du darfst gegen niemanden schlechte Gedanken hegen oder Haß empfinden. Du darfst nicht fluchen. Du mußt bereit sein, um der Wahrheit willen sogar freudig Dein Leben zu lassen. Nur durch Ahimsa kann die letzte Wahrheit erreicht werden.

Ahimsa ist der Gipfel des Mutes. Ahimsa ist ohne Furchtlosigkeit unmöglich. Gewaltlosigkeit kann nicht von schwachen Menschen geübt werden. Ahimsa kann nicht von einem Menschen praktiziert werden, der furchtbare Angst vor dem Tod hat, keine Geduld und keine Widerstandskraft besitzt. Es ist ein Schild, nicht des Verweichlichten sondern des Mächtigen. Ahimsa ist eine Eigenschaft im Verhalten des Starken. Ahimsa ist eine Waffe des Starken. Wenn Du mit einem Stock geschlagen wirst, sollst Du nicht an Vergeltung denken oder schlechte Gedanken gegenüber dem Peiniger hegen. Ahimsa ist Vollkommenheit im Verzeihen.

Erinnere Dich an die Handlungsweise der Weisen von einst. Jayadeva, der Autor der Gita-Govinda, machte seinen Feinden, die seine Hand abhackten, große ,reichhaltige Geschenke und erzielte für sie durch seine aufrichtigen Gebete Mukti (Befreiung). Er sagte: “Oh Gott, Du schenktest Deinen Feinden Ravana und Kamsa Mukti. Warum kannst Du nun nicht auch meinen Feinden Mukti geben?” Ein Heiliger oder ein Weiser hat ein großmütiges Herz

Pavahari Baba trug den Sack mit Gefäßen hinter dem Dieb her und sagte: “Oh Dieb Narayana! Ich wußte nicht, daß Du meine Hütte aufgesucht hast. Ich bitte Dich, nimm dies entgegen.” Der Dieb war ziemlich erstaunt. Er gab seine schlechte Gewohnheit von diesem Moment an auf und wurde ein Schüler Pavahari Babas.

Wenn man der noblen Handlungsweise von Heiligen, wie Java Deva oder Pavahari Baba gedenkt, muß man ihren Prinzipien und Idealen folgen.

Aus: Göttliche Erkenntnis von Swami Sivananda

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Samstag, 9. August 2008

Ahimsa (3)

Subtile Formen von Himsa (Verletzen)

Nur die einfachen Menschen meinen, Ahimsa bedeute, kein Lebewesen physisch zu verletzen. Das ist nur die grobstoffliche Form von Ahimsa. Das Gelübde von Ahimsa wird gebrochen, auch wenn man nur Verachtung einem anderen Menschen gegenüber zeigt, unbegründete Abneigung oder Vorurteile gegen jemanden hegt, wenn man jemandem finstere Blicke zuwirft, jemanden haßt, beschimpft, oder schlecht von ihm spricht, wenn man Gerüchte über jemanden verbreitet oder ihn schlecht macht, wenn man haßerfüllte Gedanken hegt, lügt oder einem anderen auf irgendeine andere Weise schadet.

Grobe, verletzende Worte sind Himsa. Grobe Worte gegenüber Bettlern, Dienstboten und Untergebenen sind Himsa. Die Gefühle anderer durch Gesten, Ausdruck, Tonfall und unfreundliche Worte zu verletzen, ist ebenfalls Himsa. Geringschätzigkeit oder absichtliche Unhöflichkeit gegenüber einer Person in Gegenwart anderer ist böswilliges Himsa. Das Billigen der bösen Taten anderer Menschen ist indirektes Himsa. Es zu versäumen, die Schmerzen anderer zu lindern, oder es zu unterlassen, zu einem in Not befindlichen Menschen zu gehen, ist eine Form von Himsa. Es ist eine Unterlassungssünde. Vermeide strikt alle Formen direkter oder indirekter Grobheit, positiv oder negativ, unmittelbar oder später. Übe Ahimsa in seiner reinsten Form und werde göttlich. Ahimsa und Göttlichkeit sind eins.

Aus: Göttliche Erkenntnis von Swami Sivananda

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Quelle: www.yoga-vidya.de, Europas größtes Seminarhaus für Yoga, Ayurveda und Meditation.

Freitag, 8. August 2008

Ahimsa (2)

Die Bedeutung von Ahimsa

Natürlich bedeutet Ahimsa, Gewaltlosigkeit, nicht töten. Aber Gewaltlosigkeit ist nicht nur nicht töten. In seiner umfassenden Bedeutung ist Ahimsa oder Gewaltlosigkeit ein vollkommenes Abstandnehmen davon, irgendeinem Lebewesen Schmerz oder Leid zuzufügen, in Gedanken, Worten und Taten. Nichtverletzen erfordert Arglosigkeit des Geistes, des Mundes und der Hand.

Ahimsa ist nicht nur passive Gewaltlosigkeit. Es ist tatsächliche kosmische Liebe. Es ist die Entwicklung einer geistigen Haltung, in der Haß durch Liebe ersetzt wird. Ahimsa ist wahres Opfer. Ahimsa ist Nachsichtigkeit. Ahimsa ist Shakti. Ahimsa ist wahre Kraft

Aus: Göttliche Erkenntnis von Swami Sivananda

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Donnerstag, 7. August 2008

Ahimsa (1)

Bei der geistigen Erneuerung und Vergöttlichung des Menschen ist der erste Schritt das Aufgeben der animalischen Natur. Der vorherrschende Zug im Tier ist Grausamkeit. Daher geboten die Weisen Ahimsa, Nichtverletzen, Gewaltlosigkeit. Das ist eine überaus wirksame Methode, um dem grausamen Pasu-Swabhava (animalischen Instinkt) des Menschen entgegenzuwirken und ihn vollständig auszurotten.

Die Praxis von Ahimsa entwickelt Liebe. Ahimsa ist ein anderes Wort für Wahrheit und Liebe. Ahimsa ist universelle Liebe. Ahimsa ist reine Liebe. Es ist göttliches Prem. Wo Liebe ist, ist Ahimsa. Wo Ahimsa ist, ist Liebe und selbstloses Dienen. Das alles gehört zusammen.

Die gemeinsame Botschaft aller Heiligen und Propheten aller Zeiten und Religionen ist die Botschaft von Liebe, Ahimsa und selbstlosem Dienen. Ahimsa ist der vornehmste und beste Zug, der sich im täglichen Leben und in der Tätigkeit vollkommener Seelen ausdrückt. Ahimsa ist das einzige Mittel, nicht nur um Rettung zu erlangen, sondern auch um ununterbrochenen Frieden und Wonne zu genießen. Der Mensch erreicht Frieden, wenn er kein Lebewesen verletzt.

Es gibt nur eine Religion - die Religion der Liebe, des Friedens. Es gibt nur eine Botschaft, die Botschaft von Ahimsa. Ahimsa ist eine erhabene Pflicht des Menschen.

Ahimsa oder das Abstandnehmen davon, einem Lebewesen etwas zu Leide zu tun, ist eine besondere Eigenschaft, die von indischen Ethikern betont wird. Ahimsa, Gewaltlosigkeit, war die zentrale Lehre der indischen Kultur seit den frühesten en seiner Geschichte. Ahimsa ist eine große spirituelle Kraft.

Aus: Göttliche Erkenntnis von Swami Sivananda

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